Vergleich mit OLE 2.0


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Vergleich mit OLE 2.0

Im nun folgenden Abschnitt sollen grundlegend die Unterschiede zwischen OpenDoc und OLE 2.0 dargestellt werden. Hierzu wird allerdings nicht auf eine Tabelle zurückgegriffen, sondern wegen der besseren Lesbarkeit die Erzählschreibweise bevorzugt.
OpenDoc präsentiert sich als offenes System. Es ermöglicht auch Drittherstellern entsprechende Ergänzungen zu produzieren. Der Source Code ist auch für unabhängige Softwareunternehmen leicht zugänglich. Ganz anders ist die Philosophie von Microsoft. Diese betrachten OLE 2.0, ähnlich wie auch ihre Betriebssysteme DOS und WINDOWS, als eigene Lizenz. Der Source Code ist nicht frei zugänglich und es wird Fremdherstellern auch sehr schwer gemacht entsprechende Produkte am Markt zu plazieren. Microsoft versucht auch auf diesem Gebiet eine Art Monopolstellung zu erreichen. Dies birgt allerdings die Gefahr in sich, daß sich Fremdhersteller einem Konkurrenzprodukt zuwenden.
OpenDoc ist auch bezüglich des verwendeten Betriebssystems offen. So kann dies WINDOWS, OS/2, Macintosh oder auch Unix sein. Im Gegensatz hierzu ist OLE fest an Microsoft WINDOWS gekoppelt und unterstützt somit eine weitaus geringere Zahl von Rechnern.
Auch bezüglich anderen Dokumentenarchitekturen erweist sich OpenDoc als offen. Es ermöglicht die Zusammenarbeit mit Umgebungen wie OLE 2.0 oder ScriptX. OLE 2.0 ist hingegen ein Einzelprodukt bei dem keinerlei Möglichkeiten vorgesehen sind, mit anderen Dokumentenarchitekturen zusammenzuarbeiten.
Interessant ist auch der unterschiedliche Aufwand, der zur Erzeugung eines Dokumentes benötigt wird. So sind in OpenDoc 50 verschiedene Funktionen aus sechs unterschiedlichen Schnittstellen nötig, während OLE 2.0 insgesamt 126 Funktionen aus 13 Schnittstellen benötigt. Somit ist die Erstellung in OpenDoc nicht nur einfacher, sondern auch noch schneller. Ein weiterer Vorteil dürfte hiermit auch die kürzere Einarbeitungszeit darstellen.
Auch im Bereich der Netzwerkfähigkeiten hat OpenDoc die Nase vorn. Es unterstützt, wie bereits oben geschildert, verteilte Anwendungen, welche die Leistungsfähigkeit des Systems beträchtlich erhöhen können. Bei OLE 2.0 vermißt man solche Funktionen bis jetzt noch gänzlich.
OpenDoc bietet auch bei der Benutzerführung mehr Möglichkeiten. So kann direkt in OpenDoc selbst ein Objekt editiert werden, während in OLE 2.0 hierzu ein Objekt zuerst als aktiv ausgewählt und danach als editieren angeklickt werden muß. Desweiteren erlaubt Object Linking and Embedding (OLE) nur die Auswahl von einem Objekt, während OpenDoc mehrere aktive Objekt erlaubt.
Ein gewichtiger Kritikpunkt bezüglich OpenDoc ist, daß noch nicht alle Programmfunktionen implementiert sind und auch die Portierung auf die verschiedenen Betriebssysteme längst nicht abgeschlossen ist. Desweiteren ist im Macintosh-Bereich auffällig, daß kaum verfügbare Software existiert, die OpenDoc unterstützt. Dies schränkt den Nutzen für den Anwender stark ein.


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Oliver Taminé
Sun May 7 15:21:26 MET DST 1995