OpenDoc bietet für den Anwender und Entwickler viele Vorteile. So
wird dem Anwender eine einfache Dokumentenerstellung durch die gute Benutzerführung
geboten. Auch das Editieren in einem einzigen Dokument, ohne zwischen
mehreren Applikationsfenstern wechseln zu müssen, stellt eine enorme Arbeitserleichterung
dar. Für den Anwender ist es übersichtlicher nur den Blick auf ein einziges
Dokument richten zu müssen, während OpenDoc intern die Verwaltungsarbeit
übernimmt. Durch die Netzwerkfähigkeit und die Implementierung auf unterschiedliche
Betriebssysteme ist auch die Zusammenarbeit mehrerer Personen auf verschiedenen
Rechnern an einem Dokument möglich.
Die Vorteile durch die Benutzerführung für den Anwender sollen hier noch
einmal kurz durch ein Beispiel erläutert werden.
Heutzutage benötigen die meisten Anwendungen,ob Textverarbeitungen, Datenbanken,
Tabellenkalkulationen oder sonstige Tools, einen Texteditor. Dies stellt für
den Anwender ein nicht unerhebliches Problem dar, denn er muß für jedes
einzelne Programm eine andere Benutzerführung erlernen. Dabei ist für jedes
einzelne Programm nur die Funktion Text editieren ausgewählt. Mit Hilfe von
OpenDoc würde der Texteditor als eigenständiges Softwaremodul implementiert
und, sobald in irgendeinem Programm Texte editiert werden müßten, aufgerufen
werden. Hierbei besteht weiterhin die Möglichkeit einen beliebigen Editor
auszuwählen, so daß jeder seinen persönlichen ,,Liebling`` einsetzen darf.
Programme werden hierdurch nicht nur einfacher und kürzer, sondern ebenfalls
leistungsfähiger, da sich die Entwicklungszeit ausschließlich für Funktionen,
welche wesentlich für den Programmablauf sind, verwenden läßt.
Doch nicht nur dem Anwender, sondern auch dem Entwickler bietet OpenDoc
Vorzüge. So gestaltet sich die Programmerzeugung schneller und effizienter,
was nicht nur eine Komplexitätsverringerung, sondern auch eine Entwicklungskostensenkung
mit sich bringt. Auch dies sei an einem kurzen Beispiel erläutert:
Heutzutage müssen Entwickler, wenn sie ein spezialisiertes Tool, wie beispielsweise
ein drei dimensionales Modellier- und Renderprogramm, entwickeln wollen, viel
Zeit dafür aufwenden, Editoren und die entsprechende Benutzerführung zu schreiben.
Es wäre jedoch wesentlich sinnvoller, wenn die Entwickler sich ausschließlich
auf die Erstellung der Funktionen aus ihrem Bereich konzentrieren könnten.
OpenDoc bietet hierzu zwei verschiedene Möglichkeiten an. Erstens steht
es den Entwicklern frei, ein entsprechendes Paketbündel mit den benötigten
Anwendungen (meist von Fremdherstellern erzeugt) beizulegen. Als zweite Möglichkeit
kann allerdings die entsprechende Konfigurierung dem Benutzer überlassen werden.
Diesem ist dann völlig freigestellt, welche Programme er für die entsprechenden
Funktionen einsetzen will. Der einzige Nachteil hierbei ist, daß der Benutzer
über die Konfigurierung der Programme Bescheid wissen muß und daß er die
entsprechenden Anwendungen selbstverständlich auch zur Verfügung haben muß.
Durch die oben genannten Vorzüge muß OpenDoc eine gute Chance sich am
Markt durchzusetzen eingeräumt werden. Dabei sollten allerdings die Nachteile
des geringen Bekanntheitsgrades und der geringen Softwareunterstützung, selbst
im Macintosh-Bereich, nicht außer acht gelassen werden.
Noch kann der Wettkampf im Bereich der Multimedia-Dokumentenarchitekturen als
völlig offen betrachtet werden. Lassen wir die Zukunft entscheiden.