Programmiermodell

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In den bisherigen Abschnitten wurde beschrieben, wie in OpenDoc Dokumente
aus der Sicht des Anwenders erstellt werden. Die Gesichtspunkte des Entwicklers
wurden hierbei außer acht gelassen. Im nun folgenden Abschnitt soll kurz auf
die für den Programmierer wesentliche Schnittstelle eingegangen werden.
OpenDoc bietet dem Entwickler mehr als 200 Funktionen an. Diese können
durch einen Prozeduraufruf benutzt werden. Dabei wird allerdings die Programmiersprache
C++ vorausgesetzt. Die verschiedenen Hersteller haben sich aufgrund der relativ
einfachen Portierbarkeit von Programmen und aufgrund der objektorientierten
Ausrichtung für C++ entschieden. In späteren Versionen möchte man allerdings
versuchen, diese Schnittstelle unabhängig von der verwendeten Programmiersprache
zu definieren. Im weiteren sollen nun kurz die interessantesten Schnittstellen
beschrieben werden:
- OpenDoc unterstützt die verteilten Anwendungen. Dies bedeutet,
daß ein Multimedia-Projekt nicht mehr nur an einen Rechner gebunden ist,
sondern auch in einem Netzwerk ablaufen kann. Als mögliche Anwendungen sind
hier beispielsweise verteilte Datenbanken denkbar, aus denen das Dokument
Informationen besorgen kann. Auch kann so, falls ein Dokument zum
Zeitpunkt der Präsentation generiert wird, die Rechenleistung auf mehrere
Computer verteilt werden. So könnte ein Rechner die Bildaufbereitung
übernehmen, ein anderer die Musikdaten erzeugen, usw.
- OpenDoc bietet ebenfalls eine Datentypeneinheit. Mit ihrer Hilfe
ist es möglich die Informationseinheiten abzulegen. Sie sorgt dafür,
daß Texte, Bilder, usw. ordnungsgemäß im Speicher abgelegt und wieder
aufgerufen werden können.
- OpenDoc bietet die schon aus den objektorientierten Sprachen bekannten
Klassen an. Hierbei sind auch alle möglichen Arten der Vererbung zugelassen.
Oliver Taminé
Sun May 7 15:21:26 MET DST 1995