Grundlagen

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Um die Anforderungen an ein solches Format anschaulich zu machen, sollen nun die einzelnen
Elemente einer Multimedia-Präsentation an Hand eines Beispiels vorgestellt werden.
Dazu wird in Abbildung
eine Multimedia-Präsentation in Form eines Zeitdiagramms
dargestellt. Die Präsentation beginnt mit Musik. Sobald in der Audiosequenz die Stimme einer
Sprecherin zu hören ist, wird eine Grafik kurz eingeblendet , wonach ein Text auf dem
Bildschirm erscheint. Verschwindet der Text kann der Betrachter durch einen Stopknopf
die Audiosequenz unterbrechen. Nun gibt er in ein angezeigtes Eingabefeld den Titel einer
gewünschten Videosequenz ein, die dann im Anschluss an diese Modifikation angezeigt wird.
Figure: Zeitdiagramm einer interaktiven Multimedia-Präsentation[Mey94a]
Ein Multimedia-Austauschformat muß also folgende Elemente berücksichtigen:
- Inhalte (Content Data)
Die Präsentation besteht aus mehren einzelnen Informationsstücken, die
in Form verschiedener Medien codiert sind. Jedes dieser Stücke wird in
MHEG als einzelnes Inhalts-Objekt (Content Object) betrachtet.
- Verhalten (Behaviour)
Unter dem Begriff Verhalten versteht man alle Aktionen, die sich auf den
Zustand der vorhanden Inhaltskomponenten beziehen. Das sind einerseits
Aktionen wie Start und Stop. Diese werden in MHEG mit Aktions-Objekten (Action Objects)
dargestellt. Andererseits sind dies konditionale, räumliche und
zeitliche Verknüpfungen zwischen den Inhaltsobjekten. Eine
Zustandsänderung eines Inhaltsobjekts kann also als Auslöser (trigger)
für Aktionen auf andere Objekte dienen, was in MHEG durch ein Link-Objekt (Link Object)
erreicht wird.
- Benutzerinteraktion (User Interaction)
Auswahl-Objekte (Selection Objects) ermöglichen bei MHEG eine einfache
Benutzerinteraktion, wie zum Beispiel das Drücken eines Buttons. Zur
komplexeren Modifikation des Ablaufs stehen in MHEG Modifikations-Objekte (Modification
Objects) zur Verfügung.
- Kontainer (Composite Objects)
Um eine mit MHEG beschriebene Präsentation als ganzes übermitteln zu
können, ist es möglich einzelne Objekte in Kontainer-Objekten (Composite Objects)
zusammenzufassen.
Diese Überlegungen führen zur MHEG Klassenhierarchie, die in Abbildung
dargestellt ist.
Figure: Die Klassenhierarchie der MHEG-Objekte[Mey94a]
Sascha Helfrich
Sun May 7 15:17:05 MET DST 1995