Bevor nun genauer die Aspekte von OpenDoc betrachtet werden, sollen
zuerst noch einige Grundlagen und Definitionen im Bereich von Dokumentenarchitekturen
erläutert werden.
Definition
.1 :
Ein Dokument ist eine Menge von strukturierten Informationen.
Hierbei ist noch anzumerken, daß die Informationen durchaus von unterschiedlichen
Medien vorliegen dürfen und es gleichgültig ist, ob sie zum Zeitpunkt der
Präsentation generiert oder eingespielt werden. Ein Dokument ist zur Wahrnehmung
durch einen Menschen bestimmt.
Definition
.2 :
Ein Multimedia-Dokument ist ein Dokument, in welchem Informationen aus mindestens
einem kontinuierlichen (zeitabhängigen) und einem diskreten (zeitunabhängigen)
Medium enthalten sind.
Definition
.3 :
Die Integration und Beziehung zwischen Informationseinheiten verschiedener
Medien bezeichnet man als Synchronisation.
Das Problem der Synchronisation stellen die sehr vielen unterschiedlichen
Datenformate der Informationseinheiten dar. Dies erfordert eine Abstraktion
von den Daten, welche von den Dokumentenarchitekturen vorgenommen wird.
Hiermit wird die Verarbeitung multimedialer Dokumente wesentlich vereinfacht,
denn dem Anwender bleiben die auftretenden Unterschiede verborgen und eine
weitgehend ähnliche Benutzung der verschiedenen Medien ist gewährleistet.
Hierzu benötigt die Dokumentenarchitektur Kommunikationsprotokolle, welche
das Zusammenspiel der Modelle beschreiben. (s. Abb.
)
Figure: Multimedia-Dokumentenarchitektur [Ste94]
Die Abbildung
zeigt, daß die Dokumentenarchitektur das Zusammenwirken der
einzelnen Teile verwirklicht. In der inneren Ellipse (Inhalt) liegen die einzelnen
Informationseinheiten vor. Der mittlere Kreis (Struktur) umschreibt ihr Zusammenwirken
und ihre Synchronisation untereinander. Im äußeren Bereich werden die
Schnittstellen zu den verschiedenen Medien dargestellt. Nur diese sind dem
Betrachter sichtbar, alles darunterliegende bleibt verborgen und muß bei
der Benutzung nicht beachtet werden.