Die Content-Klasse beschreibt die eigentlichen Inhalte der Präsentation. Dabei enthält
jedes Content-Objekt genau eine Inhaltskomponente. Die eigentlichen Daten können im Objekt
selbst, als Included-Data, enthalten sein, oder mit Hilfe eines
Verweises als Referenced-Data angebunden werden.
Der erste Fall bietet sich nur für kleinere Datenmengen an, da
Included-Data bei jeder Übertragung eines Content-Objektes mittransportiert werden muss.
Referenced-Data hat den Vorteil daß größere Inhaltskomponenten nur einmal im System
vorhanden sein müssen, auch wenn sich mehrere Content-Objekte, möglicherweise
verschiedener Präsentationen, auf sie beziehen. Hierbei muss jedoch
gewährleistet sein, daß die Daten zum Zeitpunkt der Verarbeitung verfügbar sind.
Der Typ des Mediums wird durch das Klassenattribut MHEG-Classification angegeben.
Im dazu gehörigen Hook werden die Art der Codierung und etwaige Parameter angegeben,
so daß eine entsprechende Darstellungskomponente zum Anzeigen der Daten aufgerufen
werden kann. Zu jedem MHEG-Classification Typ werden im MHEG-Catalogue mögliche
Codierungsverfahren aufgeführt, wobei zukünftigen Standards
(Non-MHEG-Standardized-Catalogue) und anwendungspezifischen Codierungsverfahren
(Proprietary Catalogue) durch die Möglichkeit, daß Anwendungen
eigene Formate definieren können, Rechnung getragen wird.
Virtuelle Koordinatensysteme
In der Content-Klasse kann auch Information zur Original-Größe und für kontinuierliche
Medien zur Wiedergabegeschwindigkeit der Inhalte angegeben werden. Dazu stehen im sogenannten
Generic-Space die 3 Achsen x,y,z im Wertebereich -32768 bis 32768 und eine Zeitachse von
0 bis Unendlich in der Maßeinheit Millisekunde zur Verfügung. Die tatsächliche Größe
der so in Beziehung gesetzten Inhalte zum Darstellungszeitpunkt kann dann durch Umrechnung
vom virtuellen Koordinatensystem (Generic-Space) in ein physisches Koordinatensystem zur
Laufzeit ermittelt werden.

Virtuelle Sichten
Da MHEG als ausführbare Darstellung keine Veränderung der eigentlichen
Daten erlaubt, ist es möglich mit Hilfe der virtuellen Koordinatensysteme
zur Laufzeit virtuelle Sichten auf ein MHEG-Objekt zu erzeugen.
So kann z.B. eine Grafik mehrmals in verschiedenen Größen auf dem
Bildschirm angezeigt werden oder eine Audiosequenz in verschiedenen Lautstärken
abgespielt werden.
Multiplexed Streams
Bei Multimedia-Präsentationen kann es notwendig sein, auf einzelne Datenströme
in einer verflochtenen Audio/Video-Sequenz, wie es z.B. bei MPEG der Fall
ist, zuzugreifen. Zu diesem Zweck wird aus der content class eine
Unterklasse namens multiplexed content class abgeleitet. Diese erlaubt
den Zugriff auf einzelne Ströme verflochtener Daten, als auch die
Verflechtung von einzelnen Datenströmen aus Synchronisationsgründen zu
einem Strom.