Mit dem Formatieren eines Textes mit einem Textverarbeitungssystem erhält
man Abhängigkeiten von demselben. Das Übertragen von Informationen von
einem Rechner auf einen anderen (z.B. bei Hard- oder Softwarewechsel) erzeugt
wegen Inkompatibilitäten immer mehr Probleme. Ein Versuch dem
entgegenzuwirken liegt in der Einbindung der wichtigsten Ein- und Ausgabefilter in Textverarbeitungssystemen, Grafikverarbeitungssystemen und Desktop-Publishing-Systemen. Die Praxis zeigt, daß das Ansteigen der Versionsnummern dieser Programme, dem damit verbundenem Veraltern der restlichen Systeme zuwirkt, was natürlich Probleme entstehen läßt. So wird die Konvertierung zwischen zwei Textverarbeitungsprogrammen unterschiedlicher Versionsnummern derselben Firma oft zum Debakel (z.B. Word für Windows 6.0 - Word für Windows 2.0, wobei die Version 2.0 der direkte Vorgänger der Version 6.0 ist).
Um diesen Problemen entgegen zu treten wurde der deskriptive Markup
erfunden. Er unterscheidet sich im Gegensatz zum prozeduralen Markup dadurch,
daß bei ihm einer Textdokumentenpassage eine bestimmte Rolle zugewiesen
wird. Wo beim prozeduralen Markup einer Passage z.B. ein bestimmter
Schriftsatz in einer bestimmter Größe usw. zugewiesen wird, wird sie
beim deskriptiven Markup einfach als Überschrift 2. Ordnung
identifiziert. Dies ist ein ganz wesentlicher Unterschied: Der prozedurale
Markup liefert eine endgültige Darstellung. Eine Änderung dieser
Darstellung bewirkt auch das Auflösen der Bedeutung. Beim deskriptiven Markup hingegen liegen die Möglichkeiten der Weiterverarbeitung noch offen.
Aus dieser Vorgehensweise ergeben sich ganz einfach zu erkennende Vorteile: So können z.B. Überschriften als Inhaltsverzeichnis verarbeitet werden, Zitate können zur Generierung einer Bibliographie verwendet werden usw.