Wie jedes Programm ist auch SOX nicht perfekt. Es beschränkt sich auf das
Umwandeln und einige mehr oder weniger einfache Effekte, d. h. eine
Abspielfunktion für Samples sucht man vergeblich. Eine solche wäre sinnvoll,
um die Auswirkung eines Effekt sofort überprüfen zu können oder um die
Samplingrate eines Samples im Rohformat durch Anhören mit verschiedenen
Abspielgeschwindigkeiten zu bestimmen.
Das Fehlen dieser Funktion liegt in der Philosophie des Programms begründet:
Da SOX systemunabhängig programmiert ist, müßten für jedes System eigene
Hardwaretreiber geschrieben werden. Allein für den PC mit seinen vielen
Soundkarten wäre das ein großer Aufwand. Eine derartige Erweiterung von
SOX ist laut Autor ausgeschlossen, da das Abspielen, Anzeigen oder Aufnehmen
von Samples nicht die Aufgabe von SOX ist. Hierfür sind also zusätzliche
Programme nötig, s. dazu Kapitel 10: Soundplayer und -editoren.
Ein weiterer Schwachpunkt ist, daß Besonderheiten einzelner Audio-Formate zum
Teil ignoriert (z. B. Loops im VOC-Format) oder nicht unterstützt werden
(z. B. Kompression im 8SVX-Format). Da nicht jede Eigenheit eines Audio-Formats
bei der Umwandlung erhalten werden kann, liegt diese Einschränkung ein
Stück weit in der Natur der Sache.
Die Effekte, die SOX bietet, können höheren Ansprüchen nicht genügen,
sie sind eher als eine Zugabe zu sehen. Durch die einfache Implementierung
arbeiten sie sehr schnell (in der Regel mit linearem Aufwand), dafür ist
die Qualität des Ergebnisses nicht besonders hoch.
Eine weitere Einschränkung ist, daß nur ein Effekt pro Programmaufruf
möglich ist. Die umständliche Handhabung über Parameter ist
gewöhnungsbedürftig und nicht gerade benutzerfreundlich. Bei diesen beiden
letzten Punkten läßt sich jedoch Abhilfe schaffen
(s. Abschnitt
).