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Letztes: Das Drei-Phasen-Kompressions-Modell
Wie bereits angedeutet soll die Dekorrelation des Bildsignals durch eine
Wavelet-Zerlegung implementiert werden. Es stellt sich natürlich die
berechtigte Frage, ob nicht durch ein anderes Verfahren eine noch ,,bessere``
Zerlegung der Eingangsgröße möglich ist. Tatsächlich gibt es ein
solches Verfahren:
Wenn die Korrelation der vorliegenden Daten genau bekannt ist, kann mit
Hilfe der sogenannten Karhunen-Loève-Darstellung eine in gewisser Hinsicht
optimale Basis gefunden werden. Das Verfahren beruht auf der Berechnung der
Eigenvektoren der Korrelationsmatrix. Die Gründe, die gegen dieses
Verfahren sprechen, sind jedoch so gravierend, daß für praktische Zwecke
eine weniger optimale Lösung mit Hilfe von Wavelets vorgezogen wird:
,
was bereits bei einem Bild mit
Pixeln einen
beachtlichen Rechenaufwand mit sich bringt (
).
und einen
Tiefpaß-Filter T, welche sich jeweils durch eine finite Folge
bzw.
beschreiben lassen. Die Filterung eines (eindimensionalen) Signals
erfolgt in dieser Darstellung durch Faltung der entsprechenden
Filterkoeffizienten
mit dem Eingangssignal
, d.h. das gefilterte
Signal
ergibt sich zu
des
Hochpaß-Filters durch die den Tiefpaß-Filter beschreibenden
bereits festgelegt (vgl. MRA):
die Rücktransformation, so gilt für das
zugehörige Paar von (Vorwärts-) Transformations-Filtern
und
und
anschließendem downsampling um den Faktor 2 der Ausgangssignale.
wird in x-Richtung
(horizontal) simultan mit dem Hochpaß
und dem
Tiefpaß
gefiltert. Die resultierenden Bilder
und
erlauben aufgrund der Wahl der Filter eine
Rekonstruktion des Originals.
und
bzgl. der x-Achse nur noch
halb so groß ist wie die des Ausgangssignals, kann die Hälfte
der Spalten von
und
verlustfrei entfernt werden
(downsampling). Seien
und
die Ergebnisse des
Sampling-Vorgangs.
und
werden in y-Richtung (vertikal) simultan mit
und
gefiltert. Die resultierenden Bilder
seien
.
weisen in y-Richtung nur noch
eine halb so große Bandbreite wie
bzw.
auf, d.h.
die Hälfte der Zeilen kann jeweils entfernt werden. Damit erhält
man vier Bilder
.
entspricht einer geglätteten und verkleinerten Version des
Originalbildes (gewissermaßen eine Darstellung des Originals bei
verringerter Auflösung)
treten besonders die horizontalen Bildelemente hervor
dominieren die vertikalen Bildelemente
betont die diagonalen Strukturen des Original-Bildes
Anmerkung: Die Einschränkung der Rekursion auf das verkleinerte Originalbild ist nicht zwingend; es kann durchaus erwünscht sein andere ,,Teilbilder`` in die Rekursion enzubeziehen.
Abbildung 1: Schematischer Ablauf einer Wavelettransformation
Es sollen an dieser Stelle noch einige Details erwähnt werden, die bei
der Implementierung des obigen Verfahrens zu beachten sind:
mit dem Eingangssignal
realisiert:
ist hierbei eine (evtl. endliche) Folge
Gemäß der obigen Faltungsvorschrift können aber
negative Indizes, also nicht vorhandene Komponenten
,
auftreten. Ist die Folge
endlich, ergibt sich am ,,Ende`` des Tupels
ein analoges Problem mit zu großen Indizes. Die Randpunkte des Signals
müssen deshalb gesondert betrachtet werden. Einige mit relativ geringem
Aufwand realisierbaren Möglichkeiten sind:
(ggf. am anderen Rand
analog)
fortgesetzt
auftreten: