Dekorrelation

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Dekorrelation

Wie bereits angedeutet soll die Dekorrelation des Bildsignals durch eine Wavelet-Zerlegung implementiert werden. Es stellt sich natürlich die berechtigte Frage, ob nicht durch ein anderes Verfahren eine noch ,,bessere`` Zerlegung der Eingangsgröße möglich ist. Tatsächlich gibt es ein solches Verfahren:
Wenn die Korrelation der vorliegenden Daten genau bekannt ist, kann mit Hilfe der sogenannten Karhunen-Loève-Darstellung eine in gewisser Hinsicht optimale Basis gefunden werden. Das Verfahren beruht auf der Berechnung der Eigenvektoren der Korrelationsmatrix. Die Gründe, die gegen dieses Verfahren sprechen, sind jedoch so gravierend, daß für praktische Zwecke eine weniger optimale Lösung mit Hilfe von Wavelets vorgezogen wird:

Die Wavelet-Transformation kann hingegen mit linearem Aufwand implementiert werden. Hierzu bedient man sich in der Regel sogenannter QMF-Systeme, wobei QMF für Quadratic Mirror Filter steht. Ein solches System untergliedert sich in einen Hochpaß-Filter und einen Tiefpaß-Filter T, welche sich jeweils durch eine finite Folge bzw. beschreiben lassen. Die Filterung eines (eindimensionalen) Signals erfolgt in dieser Darstellung durch Faltung der entsprechenden Filterkoeffizienten mit dem Eingangssignal , d.h. das gefilterte Signal ergibt sich zu

Im Fall des QMF-Systems sind die Koeffizienten des Hochpaß-Filters durch die den Tiefpaß-Filter beschreibenden bereits festgelegt (vgl. MRA):
Beschreibt das Paar die Rücktransformation, so gilt für das zugehörige Paar von (Vorwärts-) Transformations-Filtern
Die effektive Ausführung der Wavelet-Transformation besteht nun in der simultanen Filterung des Eingangssignals mit und und anschließendem downsampling um den Faktor 2 der Ausgangssignale.
Die daraus abgeleitete Anwendung auf ein zweidimensionales (Bild-) Signal läßt sich wie folgt beschreiben:
  1. Das Eingangssignal (Original-Bild) wird in x-Richtung (horizontal) simultan mit dem Hochpaß und dem Tiefpaß gefiltert. Die resultierenden Bilder und erlauben aufgrund der Wahl der Filter eine Rekonstruktion des Originals.
  2. Da die Bandbreite von und bzgl. der x-Achse nur noch halb so groß ist wie die des Ausgangssignals, kann die Hälfte der Spalten von und verlustfrei entfernt werden (downsampling). Seien und die Ergebnisse des Sampling-Vorgangs.
  3. und werden in y-Richtung (vertikal) simultan mit und gefiltert. Die resultierenden Bilder seien .
  4. weisen in y-Richtung nur noch eine halb so große Bandbreite wie bzw. auf, d.h. die Hälfte der Zeilen kann jeweils entfernt werden. Damit erhält man vier Bilder .
Die vier erhaltenen Bildern können visuell folgendermaßen interpretiert werden: Das nachstehende Blockdiagramm verdeutlicht nochmals einen einzelnen Durchlauf der Wavelettransformation. Das Verfahren kann rekursiv auf die verkleinerte Version des Originalbildes angewendet werden; theoretisch kann die Transformationssequenz durchlaufen werden, bis das Ausgangsbild zu einem einzelnen Punkt zusammengeschrumpft ist. Praktisch wird dies kaum gemacht, da meist bereits vorher eine hinreichende Kompressionsrate erreichbar ist.

Anmerkung: Die Einschränkung der Rekursion auf das verkleinerte Originalbild ist nicht zwingend; es kann durchaus erwünscht sein andere ,,Teilbilder`` in die Rekursion enzubeziehen.

 
Abbildung 1:   Schematischer Ablauf einer Wavelettransformation


Es sollen an dieser Stelle noch einige Details erwähnt werden, die bei der Implementierung des obigen Verfahrens zu beachten sind:



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Rainer Steinwandt