Noch bis vor zehn Jahren war die Bedienung eines Computers recht umständlich
und stellte an den Benutzer hohe Ansprüche. Eingaben bestanden größtenteils
aus Zahlen und der Mensch mußte seine Gedanken umständlich in Zahlen codieren.
Auch die vom Computer gelieferten Ausgaben bestanden rein aus Text und Zahlen,
weshalb sie häufig noch aufgearbeitet werden mußten. Dies erforderte in den
meisten Fällen eine lange und kostspielige Einarbeitungsphase. Gerade in
der heutigen Zeit, in der der Computer, auch in Bereichen, welche nicht zu
seinen klassischen Anwendungsgebieten zählen, ein immer wichtigeres
Arbeitswerkzeug wird, ist es von besonderer Bedeutung, eine einfache und schnell
zu erlernende Benutzung zu ermöglichen. Ein wesentlicher Schritt in diese Richtung
erfolgte von der Firma Apple mit der graphischen Benutzeroberfläche des Macintosh,
welche auch Personen mit weniger Erfahrung im Umgang mit Computern einen schnellen
Zugang ermöglichte. Somit wurde erstmals der breiten Öffentlichkeit Zugang
zu einer graphischen Benutzeroberfläche ermöglicht.
Graphische Benutzerschnittstellen erfordern eine Verschmelzung von Text und Graphik.
Deshalb erlangen heutzutage zusammenhängende Dokumente,
welche Teile von unterschiedlichen Medien, wie z. B. Text, Sound, Bild, usw.,
enthalten, eine immer größere Bedeutung. Da jeder Teil von einem anderen Programm erzeugt wird, ist die
Erstellung eines Dokuments sehr langwierig und fehleranfällig. Das Ziel von
OpenDoc ist nun die Erstellung von Dokumenten nicht nur zu vereinfachen,
sondern auch die Benutzeroberfläche zu vereinheitlichen. Hierzu wurde versucht
die Programmkomplexität möglichst gering zu halten, die Flexibilität der
Software für den Endbenutzer und den Entwickler jedoch so groß wie möglich zu
gestalten.