Soundeditoren unter Microsoft Windows

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Für Windows gibt es im Gegensatz zu MS-DOS auf dem Public Domain- /
Sharewaremarkt einige brauchbare Soundeditoren. GOLDWAVE 2.1 gehört
hier mit zu den besten.
Die Bedienung kann vollständig mit der Maus geschehen, ist weitgehend
selbsterklärend und eine (relativ) ausführliche Hilfe gibt - wenn
gewünscht -
für nahezu jede Funktion eine (englische) Beschreibung. Sämtliche
Standardfunktionen und Effekte sind vorhanden, es gibt ein sog.
DEVICE CONTROL PANEL, das Buttons für Wiedergabe, Aufnahme sowie
Schieberegler für Lautstärke, Balance und einige mehr bietet, außerdem
wird unter einem Sampling in einer Leiste angezeigt, welchen Ausschnitt
man gerade betrachtet, welcher Ausschnitt selektiert ist und man hat die
Möglichkeit, den betrachteten Ausschnitt mit Hilfe von Pfeilbuttons zu
scrollen. Daneben kann man noch beliebige Stellen im Sampling
markieren und
mit Namen versehen, um diese später wieder schnell und genau anzuspringen.
Zudem gibt es noch eine Reihe anderer Effekte, auf die im folgenden kurz
eingegangen wird.
- Klangverzerrung: Mit MECHANIZE ist es möglich,
einem Ausschnitt eine mechanische Prägung zu geben,
deren Grad man zuvor angeben kann. Für geringe Qualitätswerte hört sich
das dann wie ein schlecht eingestellter Radiosender an, für höhere Werte
ist das Resultat noch mehr verzerrt.
- Verändern der Samplewerte: Die Funktion OFFSET addiert
einen anzugebenden Gleichspannungsanteil zu
dem Sound (zu allen Samples im Bereich), d.h. sie verschiebt
den Sound nach oben oder unten. Zunächst wird
jedoch nach einem schon vorhandenen Gleichspannungsanteil gesucht und -
falls vorhanden - angezeigt.
- Spiegelung des Sounds: d.h. mit INVERT werden die
Samples an der horizontalen Achse gespiegelt, also das Vorzeichen
der einzelnen Samples geändert.
- Balanceeinstellung: Was andere Editoren meist nur explizit beim
Abspielen können, ist hier durch PAN möglich: nämlich die Balance
zwischen rechtem und linkem Kanal (nur bei
Stereo) als selbst einzugebende Zeitfunktion zu verändern. Man erreicht
dies durch Festlegung von Stützstellen mit der Maus in einem speziellen
Fenster.
- erweiterte Lautstärkeänderung: Zusätzlich zu den FADE IN und
FADE OUT Funktionen kann man die Lautstärke mit VOLUME
MAXIMIZE auf
eine maximale noch unverzerrte Lautstärke
anheben. Die Lautstärke kann auch frei mit einer über Stützstellen
einzugebende (vergleiche PAN) Zeitfunktion beliebig verändert werden.
- ``Programmierung von Sound'': Alle bisher genannten Funktionen
werden durch den EXPRESSION EVALUATOR ergänzt. Dieser hat ein
eigenes Fenster mit unzähligen Funktionen. Das
ganze erinnert an einen Taschenrechner mit allerlei mathematischen
Funktionen. Zu den einfachsten gehört noch die Möglichkeit eine Sinuswelle
mit anzugebender Frequenz zu erzeugen. Die Hilfefunktion gibt leider hier nur
sehr wenig Informationen darüber und verweist auf das (der registrierten
Version beiliegende) Handbuch.
Nebenbei kann man mit GOLDWAVE auch Sounds zwischen den Formaten WAV, VOC,
AU, AIFF/AIFC und MAT (Matlab) beliebig konvertieren. Auch die
unterschiedlichen Aspekte der einzelnen Formate können angegeben werden, z.B.
kann ein WAV-Sound in PCM, U-LAW und ADPCM gespeichert werden.

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Christian Fuchs
Sun May 7 14:23:18 MET DST 1995