Zeitliche Kompression


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Zeitliche Kompression

Bei den Kompressoren, die zeitliche Kompression von Bildsequenzen erlauben, wird eine weitere Datenreduktion dadurch erreicht, daß nicht jedes Bild einzeln komprimiert wird, sondern nur noch die Veränderungen von einem Bild zum nächsten aufgezeichnet werden. Das funktioniert natürlich nur dann, wenn die Daten auch eine entsprechende Kontinuität aufweisen, wie es bei einem natürlich aufgenommenen Videofilm der Fall ist. Wenn nun bei der Wiedergabe die Bilder nicht in ihrer ursprünglichen Reihenfolge wiedergegeben werden sollen, sondern aus der Bildfolge heraus einzelne Bilder ausgewählt werden sollen, ist an dieser Stelle die Kenntnis der vorherigen Bilder notwendig, um das entsprechende Bild dekomprimieren zu können. Um diesen wahlfreien Zugriff zu vereinfachen, werden von den Kompressoren in bestimmten Abständen sog. key frames eingefügt. Diese key frames dienen als Startpunkte für die zeitliche Kompression, auf die dann bei der Wiedergabe auch wahlfrei zugegriffen werden kann. Die Dekomressionsalgorithmen können von diesen key frames aus vorwärts weitere Bilder berechnen, um frühere Bilder zu dekomprimieren, muß der nächste frühere key frame als Startpunkt ausgewählt werden. Die Häufigkeit der key frames kann dem Kompressionsalgorithmus vorgegeben werden, der dann innerhalb der Bildfolge die am besten geeigneten key frames heraussucht. Am besten geeignet sind die Bilder, die sich stark von vorherigen Bildern unterscheiden (z.B. nach einem Schnitt) und ohnehin nur kaum zeitlich komprimiert werden könnten, auch wenn sie keine key frames wären. Zusätzlich können key frames auch erzwungen werden - der Kompressor fügt dann an definierter Stelle ein key frame ein.



Martin Melzer
Wed May 3 15:41:46 MET DST 1995